13+. Sprachliches:        (Stand 26.7.08, zuletzt erg. 14.8.09)

13.1 Zahlen

   1      ein                          eine
           Es es ein Uhre. 's es ein Uhre. Es es Eine. 's es Eine.
           Es ist ein Uhr. Es ist Eins
   2      zwei (wie hochdeutsch)
   3      drei                         dreie
           Seh hann drei Kühwe. Seh hann Dreie. Seh hanner Dreie.
           Sie haben drei Kühe. Sie haben Drei (Stück).
   4      vier                         viere
   5      fümf                       fümfe
   6      säcks                      säckse
           Hä hätt säcks Ossen. Hä hätt Säckse
           Er hat sechs Ochsen. Er hat sechs (Stück).
   7      söwwen                  söwwene
   8      oacht                      oachte
   9      nühn                       nühne
  10     zähn                        zähne
  11     elf                           elwe
  12     zwölf                      zwölwe
  13     drizähn                   drizähne    dreizehn          dreizehn
  14     värzähn                  värzähne   vierzehn          vierzehn
  14     fuffzähn                 fuffzähne  fünfzehn          fünfzehn
  16     sächzähn                sächzähne sechzehn         sechzehn
  17     sibzähn                   sibzähne    siebzehn          siebzehn
  18     achtzähn                 achtzähne  achtzehn          achtzehn
  19     nühnzähn                nühnzähne neunzehn         neunzehn
  20     zwanzich                zwanzich   zwanzig           zwanzig
  21     einunzwanzich
  22     zweiunzwanzich
  23     dreiunzwanzich     
           .......
  30     drissich                  drissich
  31     einundrissich
  32     zweiundrissich
  33     dreiundrissich
           ......
  40     ferzich
           ......
  50     fuffzich
           ......
  60     sächzich
           ......
  70     sibzich
           ......
  80     achzich
           ......
  90     nünzich
           ......
 100    hunnerd
 101    hunnerdein
 102    hunnerdzwei
 103    hunnerddrei
           .....
 200    zweihunnerd
 201    zweihunnerdein
 202    zweihunnerdzwei
 203    zweihunnerddrei
           .....
 300    dreihunnerd
           .....
 333    dreihunnerddreiundrissich
           .....
 999    nühnhunnerdnühnunnünzich
1000   tousend
1666   tousendsäckshunnerdsäcksunsächzich.....
           Hä hett schounn tousendsäckshunnerdsäcksensächzich Löchen
           (Ausspr. kurzes "ö") gemacht.
           (Er hat schon tausendsechshundertsechsundsechzigmal gelogen).

13.2 Vokabular

A

Äärbel                  Erdbeeren

Ähnte/n                Ente/n

Ähwerhards Born       Eberhard Brunnen (Born)

Abbuzzeduch       Geschirrtuch

abgegöschelt        ausgepeitscht

Alberjahn             Dummkopf

albersch               dumm

Almeröder           Großalmeröder Einwohner

Albschoss            grobes Schimpfwort entsprechend: „Idiot!“

Lt. einem Artikel vom 21.08.2006 über Steine und Fossilien: Mythos – Zauber – Aberglaube von Dr. Ulrike Wielandt-Schuster, Ref. 92 Landesgeologie beim RP in Freiburg handelt es sich auch um Fossilien ausgestorbener Tintenfische (Belemniten). Belemniten sind in Süddeutschland sehr häufig (gefunden z. B. beim Bau der A81 in der Gegend von Donaueschingen). Wegen Ihrer auffallenden Form werden sie auch Donnerkeile genannt. Man nahm früher an, dass der Donnergott Donar (= Thor) sie bei Gewittern auf die Erde schleudere. Als Abwehrzauber sollten sie Haus und Hof vor Blitzeinschlägen schützen. Eine andere Deutung besagt, dass sie von bösen Geistern (Alben) und Hexen auf Menschen abgeschossen würden und so den schmerzhaften Hexenschuss auslösten. Hierauf beziehen sich die Bezeichnungen „Albschoss“ und „Hexenpfeil“.

ämme                   ihm (es gehörrt ämme – es gehört ihm)

änn                       ihnen

au                         auch

Anke                    Nacken

 

 

B

Baddschen           Hausschuhe

Bährch                 Berg, Hügel

bie                        bei

blieb, blieb hie    bleibe, bleibe hier

blieb stenn!          bleib stehen!

Bodden                Boden, Erdgrund, auch Heu- oder Strohboden, Basisbrettlage eines landwirtschaftlichen Wagens.
Hä leit off’m Bodden.        Er liegt auf dem Boden

Boddenleed          Bretterfenster/-tür zum verschließen einer Wandöffnung im Dachboden. Hier wurden landwirtschaftliche Güter hinein und herausgegeben.

Bodder                 Butter

Bodderfass           Butterfass. Eine etwa 10 Liter fassende hölzerne Tonne, in die geschleuderter und/oder abgeschöpfter Rahm gegeben und anschließend mittels Kurbel im Inneren eine rotierende, schaufelartige Anlage in Bewegung gesetzt wurde, die den Rahm zu Butter verarbeitete (schlug). Diese Art der Herstellung kann man auch in einem anderen Behälter rein mit der Hand und einer Butterkeule bewirken. Der Rahm sollte kühl sein. Als Kind habe ich kaltes Quelltrinkwasser aus ‚Eberhards Born’ holen müssen. Zur Kühlung wurde das Butterfass dort hineingestellt. Durch das Schlagen verklumpt der Rahm (Schmand) Zusehens. Gleichzeitig wird Buttermilch abgesondert, die von Zeit zu Zeit abgeschieden wird. Buttermilch hat einen angenehmen, etwas säuerlichen Geschmack und ist sehr gesund. Darin befanden sich noch winzige Butterklümpchen. Die heute im Supermarkt und in einschlägigen Spezialitätenrestaurants angeboten Buttermilch hat wegen geänderter Herstellungsverfahren mit der vor beschriebenen Ursprungsform nur noch entfernt zu tun.

Bodderfäschen     wie vor, jedoch kleinere Ausführung.

Boddermelch       Buttermilch, s.a. Bodderfass

Bohde                  Pfote

Böchel                 Bügel

Böcheliesen         Bügeleisen

böken, geböket    mit den Finger(n) oder einem stumpfen, Gegenstand auf den Körper stoßen.
Hundelshäuser Ausspruch:
Se han uns geschleun un getrotten, un mett dr. Weinsrunge in’n Wanst geböket.
Sie haben uns geschlagen und getreten, und mit der Wagenrunge in den Bauch/Körper gestoßen.
Das hört sich im trubenhäuser Dialekt so an:
Se han uns geschlohn un geträt’n, un mett dr. Weinsrunge in’n Wanst geböket.

Bohrte                  Axt

Börchemeister      Bürgermeister, wird auch Börjemeister ausgesprochen.

Bonn                    Bohnen

Bohrt                    Bart

Bohte                   Pfote, auch Hand

Brenner                starker Trinker, Säufer (hä brennt, hä süfft - er säuft)

Broht’n                Braten

budde                   weich

Buhre                   Bauer

Buhrschhoob       Bauernhof

 

C

 

 

 

D

dähn                     den

dappich                ungeschickt; stell dich nit so dappich oahn! – sei nicht so ungeschickt!

Dappich               Ungeschickter Mensch

Deich                    Teig

Deuwel                Teufel, dr Deuwel söll dich holln! → der Teufel soll dich holen!

Dich                     Teich, Deich

dichte                   dicht, auch nahe

dichte draone       dicht dran, nahe dabei

Diddn                   Euter

diddnwalch          euterwarm

dinne                    deine

Diddzchen           Busen

do                         da

dobie                    dabei

donähmn              daneben

Dodnhoob            Friedhof

dörch                    durch

dr                         der

Dräppengelänner Treppengeländer

drein                    tragen; hä dreit = er trägt

dröche                  trocken. Dröche Wecke →trockene Brötchen.

drönchen              eine Tätigkeit betont langsam und lustlos verrichten.

Drungenhüsser    Trubenhäuser

Dudenröder          Einwohner von Dudenrode

Dunner                 Donner es hätt’n Dunner gedonn es hat gedonnert, - es hat einen Donner getan

Dunnerwädder     Donnerwetter

 

E

Eimer                   Eimer

es                         es, gemeint ist i.d.R. das Kind, aber auch Sie (feminine Person).

 

 

F

Faohr                    Pfarrer

Faohrsche             Pfarrerin

Fährschte             Ferse

Fiddich                listiger Junge oder Mädchen, auch Vogelschwinge.

Fittuch                 Flügel, zum Beispiel einer Gans oder eines Huhnes

flännen                 grinsen

Flännkopp            Grinskopf

Flänner                Grinser

flätter                   häst woll’n Flätter →hast wohl einen Vogel

Flädderwisch       Gänse-/Entenflügel wurde zum Kehren im Sinne eines Handbesens verwandt

Fleude                  Anus, auch Tierscheide

flücht, geflochen fliegt, geflogen

flücht wäg            fliegt weg

Fohl                     Pfahl

Friedhohb            Friedhof

Friggedällen        Frikadellen

Frühstücke           Frühstück

fuhl                      faul, träge

full                       voll

Fütsche                Pfütze

 

 

 

 

G

Gähnser               Ganter, männl. Gans

gäbbsch                morsch

gähle                    gelb

gänn,                    gehen

Garduffel             Kartoffeln

gedrucht               gedrückt. Es hädd sinn Kind an sich gedrucht = Sie hat ihr Kind an sich gedrückt.

gehörrt                 gehört. Es gehörrt miene (diene) = Es gehört mir (dir). Aber: minns (dinns) = meins (deins).

Gelde                   kleine bis mittelgroße Wanne

Gemächze            äußre männliche Geschlechtsorgane.

gett                       geht, es gett so = es geht so; de Sunne gett uoff = die Sonne geht auf

Geufe                   Inhalt zweier gut gefüllter hohler Hände wie man ihn beispielsweise bei der Gesichtsreinigung verwendet. Maßangabe bei der Fütterung von Vieh (eine Geufe Schrot für die Kuh, 1/2 Geufe für ein Schaf oder eine Ziege u.s.w.).

Gezünge               Schemel auf zwei Eisenrädern mit einer Art Stahlbügel, welcher dem Pflug die bestimmende vordere Führung gibt.

Ginsel                  Junge Gänse, auch abschätzig für Mädchen in Sinn von ‚Dumme Pute’.

git, git häär          gibt, gib her

glich                     gleich, sofort

Gluchen               (Woll-)Knäuel; auch knapp halbgefüllter Kartoffel- o. Getreidesack, Scherzhaft auch für einen drallen Buben oder Mädchen.

Göschel                Kuhpeitsche

Gössel                  Abschätzig für Mädchen in Sinn von ‚Dumme Pute’.

grabschen            gierig nach etwas greifen

gücket                  guckt; hä gücket ümme de Ecke = er schaut um die Ecke

 

H

                        Er (maskulin)

hädd                     hat

Hämpfterling       schmächtiger Mensch

hann                     haben

hänn                     hin

hahl aohn!            halt an

Hannich               Honig

haorewäg             Kuh-/Pferdegespann durch ziehen nach rechts lenken

 

Heim                    Heim, das Zuhause

Heiweklotz                Hackklotz

hingen                  hinten. Hingen es nit vorne = Hinten ist nicht vorn.

Hingern,               Po, Gesäß

hingerm               hinter dem
Hingerschten       Po,Gesäß (Hindersten)

Hingerwäller       Hinterweltler = Menschen die wenig von der Moderne oder neuen Informationen wissen, bei uns auch eine scherzhafte, etwas abschlägige Bezeichnung für die Einwohner des Meißnervorlandes (Gemeinden Berkatal+Meißner) gebraucht.

Hingerhoob          Hinterhof

Hitzchen              Zicklein, junge Ziege. Auch dürres Mädchen; dürre, kleine Frau.

hollen                   holen

Hoob                    Hof (Bauern-), Garten

höbsch                 hübsch, schön

hottewäg              Kuh-/Pferdegespann durch ziehen nach links lenken

Howwel               Hobel

howweln              hobeln

huddern                hineinkuscheln. D’s Huhn huddert sinne Küchen →Das Huhn wärmt seine Küken in ihrem Federkleid.

Hungelzüsser       Hundelshausener

Huus                    Haus

Hußdöhre             Haustür

Hünner, -deise      Hühner, Hühnerstall, im engeren Sinn ist die Setzstange für die Hühner gemeint. Se sitzen ouff dr Deise →Sie sitzen auf der Hühnerstange.

Hüppel                 Hügel

 

I

innehahlen           beenden, stoppen, aufhören

Isenkuchen           wörtl. Eisenkuchen = fladenartiger Pfannkuchen, aber nicht in einer Pfanne, sondern auf einer Eisenplatte, Durchmesser ~30 cm, mit niedrigem, nur wenige Millimeter hohem, seitlichen Randaufstand, einseitig gebacken. Unten dunkelbraun, oben gelblich bis hellbraun. Die Unterfläche ist glatt, während die Oberfläche viele kleine ‚Krater’ ausweist. Der Isenkuchen schmeckt am besten warm mit Schmand- und/oder Geleeaufstrich und sollte sofort frisch verzehrt werden.
Zutaten: Eier, Mehl, Milch, Hefe, eine Prise Salz und Butter. Der Backvorgang geht relativ schnell.

J

 

Jäächer                 Jäger

Jacht                    Jagt, Jägerei, hä gett ouff de jacht → er geht jagen.

Jachtmann           Jäger

jo                          ja

Jocheme               Joachim

 

 

K

Kähle                   Kehle

Kempe                 stattlicher Eber, Ausdruck wird auch für ein großes Schwein gebraucht. „Wenn nemm Börchemeister sin Kempe saot es, kann dr Schwieneherte heim getrieben“ Wenn des Bürgermeisters (sein) Eber (o. großes Schwein) satt ist, kann der Schweinehirte alle Schweine nachhause treiben.

Kesper                 Kirschen

Kinner                  Kinder

Kliwwer               ofenfertiges Holzscheit, ca. 25 cm lang.

Klohwesoowed    Nikolaustag (6. Dezember)

Kluchschisser      Besserwisser

Klundern              (Erd-) Klumpen. Auf unseren schweren Böden generell anzutreffen. Sie wurden während der Feldarbeit mit der umgedrehten Hacke zerkleinert indem man mit dem Öhr darauf einschlug, sodass sie in kleine Teile zerbrachen. Diese Arbeite nimmt den Bauern seit vielen Jahren die Maschine ab.
Auch z.B. dem Kuhfell anhaftende grobe Schmutzpartickel.

kniepen                kneifen

Kniepkuchen       Waffeln, hergestellt aus Mehl, Hefe, etwas Wasser, Milch, Zucker
Früher auf offener Herdflamme mit einem schwenkbaren Waffeliesen gebacken, heute im elektrischen Waffeleisen.
Mit Hilfe einer Schöpfkelle wird der zähflüssige Teigbrei in die vorgeheizte Form gegossen, quillt sofort auf. Mit leichtem Druck wird die Form kurz zusammengepresst, dann das Eisen sofort gewendet, danach noch einige Male. Die fünf herzförmigen Waffeln sind fertig mit krossen Oberflächen und hellbraun gefärbt, wenn sie sich problemlos aus der Form lösen lassen. Der Backvorgang geht relativ flott vonstatten. Kniepkuchen schmeckt am besten im noch warmen Zustand. Nach dem Backen mit Zucker, Schmand, Schlagsahne und/oder gekochten Früchten servieren.
Der Ausdruck Kniepkuchen ist auf das Andrücken (kniepen) der beiden Waffeleisenflächen zurück zu führen.

knippich               geizig

Kopp                    Kopf

kröchzen              husten

kröchzt                 hustet, hä kröchzt wien ahles Schoof = er hustet wie ein altes Schaf.

Krummet             3. und letzter Grasschnitt zum Zweck des Heuvorrats. Krummet ist leicht zu bearbeiten, weil die Grashalme nicht so dicht und eher kurz gewachsen sind.

Küchen                Küken, dummen Küchen → im übertragenen Sinne: Dummes Mädchen, dumme Frau.

kummet               kommt (Plural von kumm). kummet hähr → kommt her/herbei.

 

 

L

Langweede          Längsverbindung in Form eines Balkens mit gebrochenen Kanten, später auch Stahlrohr, zwischen der Vorder- und der Hinterachse eines Wagens. Mittels einiger Querbohrungen und Stahlbolzen war der Wagen in Längsrichtung verstellbar um ihn für verschiedenen Zwecke zu gebrauchen.

Lädder                 Leder

Ledder                 Leiter

leddich                 leer

Ledderwein          Leiterwagen
Zum Hei hollen nähmen me dähn Ledderwein.
Zum Heu (ein)holen nehmen wir den Leiterwagen.

Ludenbächer        Einwohner von Laudenbach.

Lumpen un Flöh  Weißkrautsuppe mit Kümmel

lunsen                  heimlich/verstohlen beobachten. Hä lunst ümme de Ecke = Er schaut verstohlen um die (Haus-)Ecke.
Hä lunst dörchs Schlüsselloch =
Er schaut heimlich durch das Schlüsselloch.

Lühde                   Personen, Leute

Lüsse                   annähernd vertikaler Holzstab, der einmal an der Wagenachse und einmal mittels Überwurf-Stahlöse an der Runge befestigt wurde. Zwischen der Stahlöse und dem Vertikalstab gibt es ein annähernd halbrundes Blech zur Aufnahme der Holzleitern des Pferde-/Ochsen-/Kuhgespanns.

 

M

Maichen               Mädchen

meh                      wir. Daos machen meh →Das machen wir
auch mir Daos gehörrt meh →Das gehört mir.

Melch                  Milch

mett                     mit. Kumm mett, kumm mette! →Komm mit!

minne, dinne        meine, deine

minns, dinns        meins, deins

Möhle                  Mühle

Möller                  Müller

Muhl                    Mund, Maul

muhlweich           essfertig

muhsen                stöbern

Mukälbchen         Marienkäfer

 

N

Naocht                

näh, nei                nein

nüscht, nix           nichts. Es es nüscht do! →Es ist nichts da!

 

 

O

Obrot                   Abendbrot, Abendessen.

Ouff de Strümpe machen  wörtlich auf die Strümpfe machen = sinngemäß einen Termin wahrnehmen, sich besuchs/reisefertig machen

Ohmeisen             Ameisen

ohliwich               zart, klein, dünnes Kind.

Ommett(e)           zweiter und oft letzter Grasschnitt zum Zweck des Heuvorrats. Ommette ist leichter als das Heu zu bearbeiten, weil die Grashalme dünner, nicht so dicht und auch kürzer gewachsen sind als beim Heumachen.

 

Osse                     Ochse. Ein sturer Mensch, der ‚mit dem Kopf durch die Wand’ will, wird auch als Osse bezeichnet.
Ausspruch in Großalmerode: ’s ess Ossens Wärk! Es ist Ochsens Werk! Gemeint ist hier das typische Gebaren einer Familie Trube. ‚Osse’ ist der Spitzname, wahrscheinlich für stures Verhalten.

öwwer un döwwer      wörtlich: drüber und drunter gemeint: drunter und drüber herüber / hin

Ohwed                 Abend

 

 

P

Pastr                     Pastor, Pfarrer

Pitsche                 Pferdepeitsche

 

 

Q

Quütschen            Zwetschen

Quütschenkuchen       Zwetschenkuchen

 

 

 

R

Räff                      Tragekorb, auch hässliche Frau

riewen, inriewen  reiben, einreiben

rinn un russ          rein und raus

Rommeröder       Einwohner von bRommerode

runger un rouff     runter und rauf

 

S

Saoche                 Säge

Saochebock         Sägebock

Sarch, Soarch       Sarg

saot                       satt

Schemmel            Schemel

Schlappsch          großer, ungeschickter Mensch

Schliffsteine         Schleifsteine

Schlitter               kleiner Span, aber auch großes Stück

schlohn                schlagen, geschlohn = geschlagen

Schlöhre              Spur, Fährte. Meist eher negativ gemeint, weil niedergetretenes Gras/Getreide nur aufwändiger gemäht werden konnte.

Schlöhre träten    Am Nachmittag/gegen Abend vor dem Heu/Ommette/Krummet mähen wurde von Grenzstein zu Grenzstein schlurfenden Schrittes eine Schlöhre als sichtbaren Grenzverlauf getreten. Meist stellte sich das Kind auf einen Grenzstein und der Vater schlöhrte (schlurfte) wie beschrieben, auf ihn zu.

schlöhren             schlurfen

schlüddern           schleudern

schmeeren           schmieren, bestreichen.

Schnurrboord       Schnurrbart

Schnurrböhrd-
chen                     Schnurrbärtchen.

Schnütze              Nasenschleim, -sekret.

Schnützefänger    Jemand, der Kleinigkeiten hochspielt.

Schoof                 Schaf

schöhren              Hin und Herbewegung mit dem Feuerhaken damit die Asche durch den Rost in den Aschenbehälter fällt und die Glut neu entflammt.

Schruhwe            Schraube, auch Wagenbremse am Kuh- oder Pferdegespann. Wirkt grundsätzlich auf die Hinterräder. Bei großen Wagen weiter Bremse zusätzlich für die Vorderräder.

schurengeln         antreiben, nötigen. Hä hädd sich dorüm geschurengeld = Er hat sich rumgetrieben, vor der Arbeit gedrückt. Hä hädd mich geschurengeld = Er hat mich genervt, genötigt.

Schühre                Scheune, Remise

schühren              scheuern, reiben, kratzen.

Schürendoor        Scheunentor

Schwejersohn      Schwiegersohn

Schwengel           horizontal bewegliches hölzernes (Kuh- o. Ochsengespann), knapp 1 m langes Basisglied, an das einerseits die Zugketten/-seile, andererseits die Waage bzw. der Wagen angebunden war.

Schwengel-
schisser                kleinlicher Mensch

Schwien               Schwein

Schwieneherte     Schweinehirte

Schwohrte            Schwarte

Schwöhrtchen      kleine Schwarte

seh                       sie

Sidduch                Seihtuch, Filtertuch. Durch ein Baumwolltuch ~50x50 cm groß, wurde i.d.R. Milch gefiltert um sie von Heu-/Strohhalmen und/oder Staub zu befreien. Die gleichen Tücher wurden (auch noch heute) auch als Geschirrtücher verwand.

Obwohl gleiche Tücher wurden sie streng auseinander gehalten (verschieden gelagert). Ab etwa Mitte der 1950er Jahre wurden die Hygienevorschriften deutlich erhöht. Mann konnte von der Molkerei einen Durchlauf aus Aluminium erwerben, dessen Auslass zwei feine Metallsiebe hatte, zwischen die noch ein spezielles Filtervlies eingelegt wurde.

södd                     sollst

söll                       soll

Spännl                  Sicherheitsnadel

spellen gänn        ein i.d.R. abendlicher Besuch bei Verwandten, Freunden, Bekannten mit einem Plausch, damals oft verbunden mit Strick-, oder Häkelarbeit der Frauen. Dabei wurde beispielsweise auch Schafwolle zu Garn versponnen.

spützen, gespützt spucken, gespuckt. Hä hätt mich vullgespützt = Er hat mich angespuckt

Starzenieren        Schwarzwurzeln

Stähren                Stern/e

stenn                    stehen. Blieb stenn! = Bleib stehen!

stett                      steht, es stett de gut = es (Kleidungsstück) steht dir gut

Stohwe                 Wohnzimmer, Stube

strunzfüsten         umherstreichen, meist ist eine Einzelperson gemeint [strunzfüstet]

Strunzfüster         Umhertreiber

Streiselkuchen     Streuselkuchen

Strumpbätzel       gestrickte Mütze

Strümpe               Strümpfe

stuffig                  stämmig

Südde                   Jauche

Sunne                   Sonne

 

T

 

trähtn                   treten

Tränkeeimer         feuerverzinkter 10-Liter-Eimer zum tränken der Kuh. Gefüllt mit Wasser, gut handwarm, meist mit einem Zusatz aus Schrot und/oder Kleie.

triebn                   treiben

 

 

U

uch                       euch

ümme                   um

uhlen, uhlt           beobachten, hä uhlt hingerm Fänster er beobachtet hinterm Fenster

un                         und

ungeschäud          verwirrt, unklug,
Bist dann ungeschäut! Bist du
(in abgemilderter Form) verrückt!

unger                    unter

Ungerlieb             Unterleib

unse, uhre            unsere, eure

Uhre                     Uhr

unverschäämd     unverschämt

usschlüddern       ausschleudern (z.B. Kartoffeln bei der Ernte)

 

 

V

Veul                     Vogel

vörwärts               vorwärts

 

W

Wädder                Wetter, es äs’n Souwädder, sehr schlechter Wetter, (es ist ein Sauwetter)

wäg geflochen     weg geflogen

Waffeliesen         Waffeleisen, zum ausbacken von 5 Herzchen siehe Kniepkuchen.

Wain                    Wagen, in der Regel von Kühen, Ochsen oder Pferden gezogen.

Wainsrunge         Wagenrunge →seitliche, schräge Hölzer am Wagenschemel zur Haltung loser, seitlicher Längsbretter (normale Wagenausführung) oder seitlicher Leitern (Heu- oder Strohwagen ). Beim Einholen von Grünem (Grünfutter) wurden auch je Seite zwei oder gar drei Bretter übereinander angeordnet.

walch                   lau, lauwarm

Warm                   Wurm

Wecke                  Brötchen

Weckedällen        mit viel Weißbrot/Brötchen versetzte Frikadellen

Weckeschnehde   Teil eines durchgeschnittenen Brötchens oder Stangenbrotes.

Weckewerk          Nordhessische Schweinewurstspezialität aus trockenen Brötchen, der Grussel (fettes Bindegewebe), Speck (beides roh), Gehirn, Mett (je mehr, um so besser), gekochten Schwarten, Zwiebeln (roh und gekocht), Salz, Pfeffer, Majoran, Senfkörner und Kümmel. Dazu kochendheiße Fleisch- und/oder Wurstbrühe aus dem Kessel. Alles wird kräftig gemengt, in den Fleischwolf gegeben und mit der mittleren, oder feinen Scheibe durchgedreht. Das fertige Breigemenge wird in eine Schüssel und/oder den Dünndarm gefüllt und mittels Rotation von Hand portioniert (Kinderwurst). Die in den Darm gefüllte Wurst wird einige Minuten in kochendem Wasser gebrüht. Die Wurst wird nach dem Erkalten relativ fest und kann verzehrt werden. Oft wird die Wurst auch in einer offenen Pfanne gebraten. Wurst zum alsbaldigen Verzehr. Bei längerem Aufbewahren (in einem kühlen, gut lüftbaren Raum lufttrocknend frei aufgehängt) wird die Wurst sehr zäh, ist aber nach wie vor genießbar.

Weede                  Strohseil um Garben zu binden, auch um einen Garbenhaufen , bestehend aus 9 Garben, zusammen zu fügen.

Weede drehn       Zur höheren Haltbarkeit wurden die Strohseile bei der Herstellung gedreht (gewunden).

Willerchen           Gerade geschlüpfte Gänse oder Enten im gelben Daunenkleid.

Willerholz           Rundholz zum Ausrollen des Teiges.

wiss                      weiß

wisselich              emsig

Wissenbächer      Einwohner von Weißenbach.
Spruch:
In Wissenbach in Wissenbach do boaden sich de Gänse.
Dann kümmet dr aohle Wissenbächer un schlädd se ouff de Schwänze.

In Weißenbach, in Weißenbach da baden sich die Gänse,
Dann kommt der alte Weißenbächer und schlägt sie auf die Schwänze.

Wissner               Meißner, Kasseler Kuppe = 750 m NN höchste Erhebung des M. Weißner.

Weise                   Weizen

Weisebärch          Weizenberg →örtl. Flurbezeichnung. Angeblich eine Ableitung aus Weiß = weißer Berg. Allerdings bedeutet mundartlich Weise = Weizen und wiss = weiß (siehe vor).

wied                     weit

wied wäg             weit weg, entfernt

Wooche               Waage, ländlich bei Kuh- bzw. Pferdegespannen, horizontales, bewegliches Bindeglied zwischen zwei Schwengeln. Bei Kuh- und Ochsengespannen i.d.R. aus Holz, bei Pferdegespannen i.d.R. aus Stahl.

X

 

 

 

Y

 

 

 

Z

Zehche                 Ziege

Zeute                    lt. Duden Schnauze, in der hiesigen Umgangssprache ist die Auslaufnase an einer Kanne oder einem Wasserkessel gemeint.

Zicken                  Junge Ziege im „Kleinkindalter“. Auch Unsinn → „mach keine Zicken“ = mach keinen Unsinn, nichts Unrechtes, oder „Stell dich nicht so an“.

Zippe                   abwertende Bezeichnung für ein Mädchen oder eine Frau mit der ‚nicht viel los’ ist, sich über jede Kleinigkeit aufregt.

Zödel                   kurzes Stück eines rohr- oder stabähnlichen Gegenstandes, auch männl. Glied.

Zuhnsfohl            Zaunpfahl

 

Zwehle                 Y-förmige Astgabelung, auch Zwille.

Zwille                  Duden →kleine Schleuder. Y-förmige Astgabelung an deren beiden oberen Enden je ein aufgeschnittener Gummiring befestigt wurde. Die Verbindung an den freien Enden wurde mit einem kleinen Weichlederstück hergestellt. In ihm ruhte das Schleudergeschoss, i.d.R. ein 1 bis 2 cm großer Stein. Geübte Jäger konnten damit Kleintiere töten oder zumindest betäuben. Tödliche Waffe für Vögel.


(Kräftige) Sprüche


Was äs daos?

„Es äs ein Gesuhse un ein Gebruhse, ein geschisse un ein geseiche un de feinen Lüde schmehren sichs uffs Brot? (Hannich)

Frage eines/ner Neugierigen und die passende, nichts aussagende Antwort.

„Wo witt dänn hänne?“
„Ins Arschgedänne, wenn de mett witt, geh vörhenne!“

Schnütze wie Botter an dr Sunne, un keine oufs Brot zu schmeeren.

Was ist das?

„Es ist ein Sausen und ein Brausen, ein Koten und ein Urinieren und die feinen Leute bestreichen sich damit ihr Brot? (Honig)

Frage eines/ner Neugierigen und die passende, nichts aussagende Antwort.

„Wo willst du hin?“
„In den Po-Dreschplatz, wenn du mit willst, geh voran!“

Nasenschleim wie Butter in der Sonne und keinen aufs Brot zu streichen.


Minne Kinner un Dinne Kinner schlohn unse Kinner.

„Junge wie sieh ich us?“ „Vater wie dr Deuwel“ „So muss dr Mann ussiehn wenn hä böse ess“

Hä hätt sich wedder waos ingefangen un kröchzt wien ahles Schoof.

Kasseler Wörtchen (Wird in T. genauso ausgesprochen) „Ich well de mo waos schissen un schäss sprächen

Hä gücket dörch neununnünzig Schliffsteine

Meine Kinder und deine Kinder schlagen unsere Kinder

 „Junge wie sehe ich aus?“ „Vater wie der Teufel“ „So muss der Mann ausschauen wenn er böse ist“

Er hat sich heute wieder etwas eingefangen (angesteckt) und hustet wie ein altes Schaf.

 

Ich will dir mal was scheißen und Scheiße sagen

Er schaut durch neunundneunzig Schleifsteine bedeutet dass er Dinge sieht, die andere normalerweise übersehen.

 

 


 


Entnommen:Gemeindebrief

Gegenüberstellung Dialekt Hausen – Velmeden

Guden Tach. de Liede!

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12 Sprachliches hier in dieser Chronikdatei

 
Nu ess Ostern au schon widder sinne Zitt vorbie und Pfingesten stett ferr dr Deere. Christdoche, Ostern un Pfingesten, doh höh ich moh in Ruhe drübber sinniert, wos dos alles so bedietet. Ess sinn alles große Kirjen­feste, dos honn ich schonn gemerket, weil's immer gleich zwei Festdoche sinn. Also, widder studiert, Christdoche un Ostern doh es joh klar worimme ess doh gett, abber wie ess dos nu mit Pfingesten? Uff m letzten Gemeinebrief stugjoh schonn groß druffe „Pfingsten - Kirche hat Geburtstag" nur wor ich do­vonne au nitt schlauer, abber jetz wor ich abber doch neigierig. Sonja hatte moh widder kinne Zitt ferr minn Gefroche, also honn ich in dr Bibel gelesen und doh stungs dann schwarz uff wiss. An Pfingesten  ess  dr  Heilige Geist uff de Apostel ussgeschüttet worn, ess wor also so wie damals dr Johannes n Jesus getauft hodd, doh ess joh au dr Heilige Geist als Taube uff emme niedergegenn. Un so worsch nu au am erschten Pfingesten, dr Heilige Geist wor nu in 'n Aposteln un die woren nu domitte berufen, Gottes Wort zu verbreiten. Dos honn se dann au gemacht, se sinn in aller Herren Länder ussgezogen un honn fleissich 's Wort Gottes verbreitet un so de Liede zum Glauben gebrocht. Weil's immer meh geworren sinn, honn se sich dann zuasmmendun un dos woren dann de erschten Gemeinen. Wie ich dos do in dr Bibel gelesen ho, doh wor's meh klar wie Kleesebrie, an Pfingesten hodd unse Kirje wahr un wahrhaftich Geburtstach. Es ess nur schade, dass das Kirjenfest übberhaupt nitt groß beachtet wird un veele schon übberhaupt nitt meh wissen, worimm's um Pfingesten gett. Wenn me's so bedenket, imme Christdoche werd'n Uffstand gemacht mit Baum, Ge­schenken un wos wisse ich nach alles un Ostern, doh es ess schon nitt meh so festlich. Abber Pfingesten ess joh dann so gut wie gar nicht meh mit Feiern un so wid­der. Obwohl wenn ich ess so bedenke, dos joh eigentlich 's wichtichste Kirjenfest übberhaupt ess, nitt wohr?

Dorimme es ess gut, dass 'n Kinnern immer moh widder wos übber de Bibel un wos domitt zusam­menhänget bigebrocht wird. Vor allem wenn 's so Spaß macht, wie jetzten widder in Velmeden bie'n Kinnerbi­beltachen. Doh woren se alle mit Feuereifer dobie un so sell's jo au sinn. Alle die hälfen, dass au alles klappet kann me nur'n großes Lob ussprächen! Machet nur wid­der so, de Kinner bruchen uch.

Manch mo denke ich, do muss ich au henne. Ich hoh nämlich übberhaupt kinne christliche Bildung un doh es nach wos ganz schlemmes, ich bin au nitt getauft. Obwohl ich's so geren wäre. S' Sonja sollte's joh schon machen abber ess derf's nitt. Dorimme froche ich mo de Pforschen ob se mich tauft. Schließlich muss joh alles sinne Richtichkeit honn, nitt wohr?

So, nu mache ich erschtemoh Schluss, ich muss joh noch de Pforschen ahnrufen.

Uch allen ne gude Zieht un machet's gut!

                                                         Jiotathio von Weißner

Nr. 9 Juni/Juli 2007

und Trubenhausen - Weißenbach

Guden Dach. de Lühde!

Nu es Ostern au schon wedder eine Zieht verbie und Fingesten stett förr dr Döhre. Chistdach, Ostern un Fingesten, do hob ich mo in Ruhche dröwwer nogedoocht, was dahs so alles bedüdd. Es sinn alles große Kerchenfäste, dahs hob ich schunn gemerket, weil's immer glich zwei Festdahche hingernanner sinn. Also, widder studiert. Christdahch un Ostern, es jo klar worümme es do gett, awwer wie es es nu mit Fingesten? Im letzten Gemeinebrieb stund jo schunn groß drinne „Pfingsten - Kirche hat Geburtstag" nur benn ich dovonne au nit schlauer warren. Awwer jetz hett mich dach de Neigierde gepacket. Sonja hatte mo wedder keine Zieht förr min Gefrohche, also hob ich in dr Bibel geläsen und do stunds dann schwarz off wiss. An Fingesten hann se ´n Heilige Geist off de Apostel ussgeschutt. Es wohr so wie domohls dr Johannes ´n Jesus getauft häd. Do es jo au dr Heilige Geist als Duhwe uff eimoh neddergegänn. Un so wohrs nu au am erschten Fingesten. Dr Heilige Geist wohr nu 'n Apostel un die wohren nu domette berufen, Gottes Wort zu verbreiten. Doas hann se dann au gemacht. Seh sinn in aller Herren Länder gezohn un hann fleisich 's Wort Gottes verbreitet un so de Lühde zum Glauben gebrohcht. Weil's immer meh warren sinn, hann se sich zusammengedonn. Un das wohren dann de erschten Gemeinen. Wie ich das do in dr Bibel gelesen hob, wohr's meh klar wie Klösebrüh: An Fingesten häd unse Kerche wahr un weraftich Geburtsdahch. Es es nur schade, dass das Kerchenfest öwwerhaupt nit groß beachtet werd un veele schon öwwerhaupt nit meh wissen, worümm's ümme Fingesten öwwerhaupt gett. Wenn meh's so bedenget: Ümme Christdache werd'n Uffstand gemacht mit Baum, Geschenken un was weis ich nach alles. Ostern ess es schon nit meh so festlich. Awwer Fingesten es jo dann so gut wie gar nit meh mit Feiern un so widder. Obwohl wenn ich´s so bedenke, dass jo eichendlich 's wichtichste Kerchenfest öwwerhaupt ess, newohr?

Dorümme es es gut, dass 'n Kinnern immer mo wedder wos öwwer de Bibel un was domett zusammenhänget bigebrohcht wörd. Vor allem wenn 's so Spaß macht, wie jetzten in Velmeden bie'n Kinnerbibeldahchen. Do wohren se alle mit Feuereifer dobie un so sell's jo au sinn. Allen die hälfen dass au alles klappet, kann me nur'n großes Lob ussprächen! Maht nur widder so, de Kinner bruchen uch.

Manch mo denke ich, do muss ich au hänne. Ich hob nämlich öwwerhaupt keine christliche Bildung. Un do ess nach woas ganz schlimmes: Ich bin au nit getauft. Obwohl ich's so gähren wehre. S' Sonja sollte's jo schon machen awwer es derf's nit. Dorümme frohche ich mo de Fahrsche ob se mich tauft. Schließlich muss jo alles sinne Richtichkeit hann, oder nit?

So, nu mach ich erscht mo Schluss. Ich muss jo de Fahrsche ahnrufen.

Uch allen ne gude Zieht, un moahd's gut!

Jiotathio vom Wissner  Ins Drungenhüsser üwwerdrain vun Karl Hesse